Thalkirchner Brücke München

Die 90 Jahre alte, zimmermannsmäßige Holzkonstruktion des Überbaus der Thalkirchner Brücke wurde 1991 aufgrund festgestellter Schäden ersetzt. Der Entwurf einer modernen Ingenieur-Holzkonstruktion konnte sich gegen eine Wiederherstellung des Überbaus im alten Stil als Zim-mermannskonstruktion erfolgreich durchsetzen. Die mit der Erhaltung der alten Pfeiler gegebenen kurzen Spannweiten und die beschränkte Verkehrslast (BKL 3/3 DIN 1072) waren ideale Voraussetzungen für eine leichte Holzkonstruktion.

Das Haupttragwerk des Überbaus bestehend aus einer durchlaufenden, räumlichen Fachwerkkonstruktion erstreckt sich über 13 Felder. Die jeweils 13,40 m langen identischen Felder sind einer exakt kreisbogenförmigen Gradiente folgend aneinander gereiht. Damit ergibt sich für alle Brückenfelder die gleiche Stab- und Knotengeometrie.

Besonderheiten
Für die Knotenverbindungen wurde die Stäbe beidseitig mit Stabköpfen aus Gussstahl ausgerüstet, die mit jeweils einer hochfesten vorgespannten Schraube über Gewindebohrungen an Knotenkugeln angeschlossen sind.

Das ganze Tragwerk besteht aus nur 12 verschiedenen Stäben. Auf Grund dieser rationalen Systemgeometrie eröffneten sich die Vorteile einer präzisen und kostengünstigen Serienfertigung im Werk neben einem wirtschaftlichen und zeit-sparenden Montageablauf. Auf den oben-liegenden Knotenkugeln des Haupttragwerks sind querlaufende, beidseitig auskragende Zangen aus Brettschichtholz befestigt. Sie übernehmen die Abtragung der Lasten aus der längsversteiften Stahlfahrbahntafel und den erhöht angeordneten Holzrosten im Geh- und Radwegbereich.

Bauherr
Landeshauptstadt München
Baureferat Tiefbau
Abt. Wasser- und Brückenbau

Objektplanung
Dipl.-Ing. Richard J. Dietrich, München

Baujahr
1990/1991

Baukosten
5,0 Mio. €

Leistungen
Tragwerksplanung

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